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KI-Agenten im Unternehmen

Agenten · Automatisierung · Grenzen

Der Unterschied zum Chatbot ist die Handlung

Ein Chatbot antwortet. Ein Agent handelt: Er ruft Systeme auf, liest Daten, legt Vorgänge an, prüft Ergebnisse und arbeitet mehrere Schritte ab, bis ein Ziel erreicht ist. Genau darin liegt der Nutzen — und dieselbe Eigenschaft ist der Grund, warum die Einführung schwieriger ist, als die Demos vermuten lassen.

Denn wer handeln darf, kann auch das Falsche tun. Die entscheidende Frage in jedem Agentenprojekt lautet deshalb nicht „was kann er?“, sondern „was darf er ohne Rückfrage?“

Wo Agenten im Mittelstand tragen

Situationen, die uns regelmäßig begegnen. Keine Reihenfolge — jeder Fall steht für sich.

Vorgänge vorbereiten

Eine eingehende Anfrage auslesen, im ERP nach vergleichbaren Vorgängen suchen, einen Entwurf anlegen und zur Freigabe vorlegen.

Warum das funktioniert: Der Agent bereitet vor, der Mensch entscheidet. Ein Fehler kostet eine Korrektur, keinen Schaden.

Zwischen Systemen vermitteln

Daten aus mehreren Quellen zusammentragen, abgleichen, Abweichungen melden — dort, wo eine feste Schnittstelle zu starr wäre.

Warum das funktioniert: Die Aufgabe ist begrenzt und das Ergebnis prüfbar.

Auskunft mit Systemzugriff

Fragen beantworten, für die mehrere Systeme abgefragt werden müssen — Lieferstatus, Bestand, Vorgangshistorie.

Warum das funktioniert: Lesender Zugriff, keine Veränderung. Das ist die risikoärmste Klasse überhaupt.

Woran Agentenprojekte scheitern

Zu viele Rechte am Anfang. Ein Agent, der im ersten Schritt buchen, versenden und löschen darf, wird nach dem ersten Fehler abgeschaltet — und kommt nicht wieder. Umgekehrt lässt sich ein Agent, der zunächst nur vorschlägt, schrittweise erweitern, sobald Vertrauen entstanden ist.

Fehlende Nachvollziehbarkeit. Wenn niemand sehen kann, warum der Agent so gehandelt hat, wird jede Entscheidung nachgeprüft. Dann war nichts gewonnen.

Kein Umgang mit Sonderfällen. Der Regelfall ist schnell abgebildet. Über den Erfolg entscheiden die zehn Prozent, die nicht ins Schema passen — und ob der Agent sie erkennt und abgibt, statt sie zu raten.

Wie wir vorgehen

  1. Einen Ablauf auswählen, der oft vorkommt und dessen Ergebnis prüfbar ist
  2. Zunächst nur lesenden Zugriff und Vorschläge — keine schreibenden Aktionen
  3. Messen: Wie oft ist der Vorschlag brauchbar, wie oft nicht, und warum
  4. Rechte schrittweise erweitern, wo die Trefferquote es rechtfertigt
  5. Protokoll und Abbruchkriterien von Anfang an, nicht als Nachrüstung
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