Besprechung eines Angebots am Schreibtisch

Anwendungsfall · Zerspanung und Präzisionsfertigung

Angebote schneller erstellen in der Zerspanung

Anfragen kommen per Mail mit Zeichnung, Stückzahl und Wunschtermin. Bis das Angebot raus ist, vergehen Tage. Das lässt sich ändern, ohne dass die Kalkulation aus der Hand gegeben wird.

Ausgangslage

Warum Angebote in der Zerspanung so lange dauern

Eine Anfrage besteht selten aus einem sauberen Datensatz. Sie kommt als E-Mail mit angehängter Zeichnung, manchmal als PDF-Stückliste, manchmal als Foto eines Bauteils. Werkstoff, Toleranzen, Stückzahl, Oberfläche und Liefertermin stehen irgendwo im Text oder gar nicht.

Der Kalkulator sucht dann: Hatten wir so ein Teil schon? Welche Maschine, welche Spannmittel, welche Laufzeit? Was haben wir damals angeboten, und hat der Kunde bestellt? Diese Suche kostet mehr Zeit als die eigentliche Kalkulation, und sie hängt an den zwei, drei Leuten, die den Betrieb seit Jahren kennen.

Dazu kommt die Priorisierung: Zwanzig Anfragen pro Woche, aber nur bei sechs davon ist die Chance realistisch. Welche zuerst?

Lösungsweg

Was KI hier übernimmt und was beim Menschen bleibt

Anfragen auslesen und strukturieren

Die KI liest E-Mail, Zeichnung und Anhänge und legt einen Anfrage-Datensatz an: Werkstoff, Abmessungen, Stückzahl, Toleranzklasse, Termin, Besonderheiten. Fehlende Angaben werden markiert, nicht erraten.

Ähnliche Vorgänge finden

Aus Ihren bisherigen Angeboten und Aufträgen schlägt das System die drei ähnlichsten Teile vor, mit damaligem Preis, Laufzeit und Ergebnis. Der Kalkulator sieht sofort, ob es einen Anker gibt.

Kalkulation vorbereiten

Arbeitsgänge, Rüstzeiten und Materialkosten werden aus den Vergleichsvorgängen vorbelegt. Jeder Wert ist sichtbar und änderbar. Den Preis setzt der Mensch.

Angebot erzeugen

Aus dem geprüften Datensatz entsteht das Angebotsdokument in Ihrem Layout, mit den Textbausteinen, die zum Kunden passen. Versand nach Freigabe.

Priorisieren

Anfragen werden nach Chance und Aufwand sortiert: Stammkunde, Wiederholteil, Lieferzeit machbar. Was keine Chance hat, bekommt eine schnelle, freundliche Absage.

Lernen aus dem Ergebnis

Ob ein Angebot zum Auftrag wurde, fließt zurück. Mit der Zeit werden die Vorschläge besser, weil sie auf Ihren echten Entscheidungen beruhen.

Ablauf

So läuft die Einführung

  1. Erstgespräch, kostenfrei. Wie kommen Anfragen heute rein, wer kalkuliert, wo geht die Zeit verloren.
  2. Datengrundlage sichten. Angebote und Aufträge der letzten zwei, drei Jahre, Kalkulationstabellen, ERP-Zugang. Wir prüfen, was sich daraus lernen lässt.
  3. Anfrage-Erfassung und Ähnlichkeitssuche. Erster nutzbarer Stand in wenigen Wochen. Der Kalkulator arbeitet damit im Alltag und gibt Rückmeldung.
  4. Kalkulation und Angebotsdokument. Vorbelegung der Arbeitsgänge, Erzeugung des Angebots, Anbindung an ERP oder Warenwirtschaft.
  5. Betrieb und Verbesserung. Rückfluss der Ergebnisse, regelmäßige Durchsicht der Vorschläge, Erweiterung auf weitere Teilefamilien.

Worauf es ankommt

Drei Dinge, die über Erfolg oder Abschaltung entscheiden

Keine stillen Fehler

Eine Anfrage, bei der die Toleranz nicht lesbar ist, muss als unvollständig erscheinen, nicht als vollständig mit geratenem Wert. Sonst verliert das Team nach zwei Wochen das Vertrauen.

Der Kalkulator bleibt Chef

Vorschläge, keine Entscheidungen. Jede Zahl ist nachvollziehbar, jeder Vergleichsvorgang ist mit einem Klick erreichbar. Das System erklärt, warum es etwas vorschlägt.

Daten bleiben bei Ihnen

Zeichnungen und Preise sind Ihr Kapital. Wir klären vorab, welche Daten das KI-Modell sieht, wo sie verarbeitet werden und was im Haus bleibt. Das ist eine Entscheidung, keine Voreinstellung.

Passende Lösungen

Damit arbeiten wir

Dieser Anwendungsfall verbindet drei unserer Lösungen: Angebotserstellung für Erfassung und Dokument, Dokumente automatisieren für das Auslesen von Zeichnungen und Anhängen, ERP-Schnittstellen für die Anbindung an Majesty, SAP, SelectLine und andere Systeme. Für Betriebe aus der Region: Industrie und Präzisionsfertigung.

Häufige Fragen

Was Kalkulatoren und Geschäftsführer dazu fragen

Kalkuliert die KI den Preis?
Nein. Die KI liest Anfragen aus, findet vergleichbare Vorgänge und bereitet die Kalkulation vor. Den Preis setzt und verantwortet weiterhin Ihr Kalkulator.
Was brauchen wir dafür im Betrieb?
Ihre bisherigen Angebote und Aufträge als Datengrundlage, Zugriff auf das ERP oder die Kalkulationstabellen und eine Person, die zwei bis drei Wochen lang Rückmeldung zu den Vorschlägen gibt.
Wie lange dauert die Einführung?
Ein erster nutzbarer Stand mit Anfrage-Erfassung und Ähnlichkeitssuche ist in wenigen Wochen möglich. Die Anbindung an ERP und Kalkulation folgt in einem zweiten Schritt.
Funktioniert das auch mit Zeichnungen als PDF oder Foto?
Ja, mit Einschränkungen. Maße und Beschriftungen aus sauberen PDF-Zeichnungen lassen sich gut auslesen. Bei Fotos oder handschriftlichen Notizen markiert das System die Stellen, die ein Mensch prüfen muss.
Was passiert mit unseren Daten?
Das klären wir vor dem Projekt: welche Daten ein KI-Modell sieht, ob es in der EU betrieben wird oder im Haus läuft, und was gar nicht übertragen wird. Zeichnungen und Preise behandeln wir wie Betriebsgeheimnisse.