Produktion in einem Fertigungsbetrieb

Industrie und Präzisionsfertigung · Anwendungsfall

Händlerportal und Konfigurator: Varianten bestellen, ohne anzurufen

Ein Sortiment mit Längen, Durchmessern, Werkstoffen und Beschichtungen passt in keine Preisliste. Händler rufen an, der Innendienst prüft, was geht, und schreibt es ab. Ein Konfigurator, der die Fertigungsregeln kennt, beendet diesen Kreislauf.

Ausgangslage

Die Preisliste hat 80 Seiten, und die Hälfte der Anrufe sind Rückfragen

Werkzeughersteller, Zerspaner und Maschinenbauer der Region verkaufen über Händler und direkt an Industriekunden. Das Sortiment ist technisch: Grundtypen mit Varianten in Länge, Durchmesser, Werkstoff, Beschichtung, Aufnahme. Welche Kombination gebaut werden kann, weiß die Arbeitsvorbereitung. Was sie kostet, weiß das ERP. Beides steht nicht in der Preisliste, die beim Händler liegt.

Die Folge: Der Händler ruft an oder schickt eine Mail mit einer Skizze. Der Innendienst prüft mit der Fertigung, ob das geht, rechnet den Preis aus Staffel und Kundenkondition zusammen und tippt die Bestellung ins ERP. Ein Vorgang, der dreimal am Tag unauffällig ist und bei dreißig am Tag ein halber Mitarbeiter.

Lösungsweg

Regeln aus der Fertigung, Preise aus dem ERP, Bestellung ohne Umweg

Fertigungsregeln als Daten

Welche Kombinationen gebaut werden können, wird mit Arbeitsvorbereitung und Fertigung aufgenommen und als prüfbare Regeltabellen abgebildet. Der Betrieb pflegt sie selbst, ohne Programmierer.

Konfigurator im Händlerportal

Der Händler wählt Schritt für Schritt, sieht nur zulässige Optionen und bekommt am Ende Artikelnummer, Zeichnung, Lieferzeit und seinen Preis. Unmögliches ist nicht bestellbar.

Kundenpreise aus dem ERP

Staffeln, Rabattgruppen und Rahmenverträge kommen aus Majesty, SAP, SelectLine oder einem anderen ERP. Das Portal rechnet nicht selbst, es zeigt, was das ERP sagt.

Bestellung direkt ins ERP

Eine freigegebene Konfiguration wird als Auftrag im ERP angelegt, mit allen Parametern. Der Innendienst prüft Sonderfälle, der Rest läuft durch.

Dokumente und Historie

Zeichnungen, Datenblätter, Zertifikate und frühere Bestellungen liegen beim Artikel. Nachbestellen heißt: alte Konfiguration öffnen, Menge eintragen, abschicken.

EDI und Rahmenabrufe

Große Kunden bestellen nicht im Portal, sondern per EDI oder Lieferabruf. Dieselbe Regel- und Preislogik bedient beide Wege, damit es nicht zwei Wahrheiten gibt.

Ablauf

So gehen wir ein Portalprojekt an

  1. Erstgespräch, kostenfrei. Welche Produktfamilien, wie viele Händler, welches ERP, wo entstehen heute die Rückfragen.
  2. Regelaufnahme mit der Fertigung. Eine Produktfamilie als Pilot. Alle Parameter, alle Ausschlüsse, alle Sonderfälle auf dem Tisch.
  3. Prototyp des Konfigurators. Klickbar, mit echten Regeln, ohne Anbindung. Händler und Innendienst testen, bevor Technik gebaut wird.
  4. ERP-Anbindung und Portal. Preise, Kundendaten, Auftragsanlage. Shopware, wenn Warenkorb und Abwicklung gebraucht werden, sonst eine schlanke Anwendung.
  5. Livegang mit ausgewählten Händlern. Dann weitere Produktfamilien, laufende Betreuung und Pflege der Regeln durch den Betrieb.

Worauf es ankommt

Ein Konfigurator, der Unmögliches zulässt, erzeugt Reklamationen statt Aufträge

Der Fehler, den wir am häufigsten sehen: Die Regeln kommen aus dem Vertrieb, weil der das Sortiment kennt. Der Vertrieb kennt aber, was verkauft wurde, nicht, was gebaut werden kann. Deshalb sitzen bei der Regelaufnahme die Leute aus Arbeitsvorbereitung und Fertigung am Tisch. Das dauert länger und spart danach jede Reklamation, die aus einer unmöglichen Kombination entstanden wäre.

Zweiter Punkt: Das Portal rechnet keine Preise. Es zeigt, was das ERP sagt. Sobald zwei Systeme rechnen, gibt es zwei Wahrheiten, und der Händler findet die günstigere.

Passende Lösungen

Damit arbeiten wir

Dieser Anwendungsfall verbindet Shopware für B2B, ERP-Schnittstellen und Individualsoftware. Hintergrund zur Branche: Industrie und Präzisionsfertigung. Wie sich ein Händlerportal ohne Konfigurator aufbaut, steht unter Händlerportal für B2B.

Häufige Fragen

Was Fertigungsbetriebe dazu fragen

Woher kommen die Regeln für den Konfigurator?
Aus der Fertigung und der Arbeitsvorbereitung, nicht aus dem Vertrieb. Wir nehmen die Regeln mit den Leuten auf, die wissen, welche Kombinationen gebaut werden können, und bilden sie als prüfbare Tabellen ab, die der Betrieb selbst pflegen kann.
Brauchen wir dafür einen Shop?
Nicht zwingend. Das Portal kann auf Shopware aufsetzen, wenn Warenkorb, Kundenpreise und Bestellabwicklung gebraucht werden. Geht es nur um Konfiguration und Anfrage, reicht eine schlanke Anwendung mit ERP-Anbindung.
Was ist mit Händlern, die weiter per Mail bestellen?
Die bleiben. Das Portal nimmt den Händlern Arbeit ab, die es nutzen wollen, und dem Innendienst die Rückfragen. Wer per Mail bestellt, wird nicht ausgeschlossen, sondern perspektivisch mit einem Link auf seine Konfiguration überzeugt.
Wie lange dauert das?
Eine Produktfamilie als Pilot mit ERP-Anbindung in der Regel drei bis fünf Monate, abhängig von der Komplexität der Regeln und der Schnittstelle. Weitere Familien gehen danach deutlich schneller.