Arbeitsplatz in einer Verwaltung

Kommunen und öffentliche Einrichtungen · Anwendungsfall

Barrierefreiheit nach BITV: vom Prüfbefund zur Website, die den Stand hält

Öffentliche Stellen müssen ihre Websites nach BITV 2.0 barrierefrei anbieten und eine Erklärung dazu veröffentlichen. Die meisten Kommunen wissen nicht, wo sie stehen. Genau da fangen wir an.

Ausgangslage

Die Website ist gewachsen, und niemand hat je systematisch geprüft

Kommunale Websites entstehen über Jahre: ein Relaunch, dann Ergänzungen aus Ämtern, Vereinen, Einrichtungen. Hunderte PDFs, Formulare aus verschiedenen Quellen, ein Veranstaltungskalender vom Dienstleister, eine Karte vom Landkreis. Die BITV 2.0 verlangt, dass all das wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust ist, inklusive Tastaturbedienung, Kontrast, Alternativtexten, Formularbeschriftungen und barrierefreien Dokumenten.

Dazu kommt die Pflicht zur Erklärung zur Barrierefreiheit mit Feedback-Mechanismus und Verweis auf das Durchsetzungsverfahren. Wer die nicht hat oder eine veraltete veröffentlicht, ist angreifbar, bevor jemand die Website überhaupt benutzt hat.

Wir arbeiten seit Jahren für Städte, Gemeinden, Stadtwerke und Einrichtungen in der Region und kennen die Besonderheiten: mehrere Beteiligte, wechselnde Zuständigkeiten, Vergaberecht, und eine Redaktion, die das Thema neben dem Tagesgeschäft stemmen muss.

Lösungsweg

Erst messen, dann priorisieren, dann umsetzen

Prüfung des Ist-Zustands

Automatisierte Prüfung über alle Seiten plus manuelle Prüfung der zentralen Vorlagen und Abläufe: Navigation, Suche, Formulare, Kalender, Dokumente. Ergebnis ist ein Befund mit Schweregrad, nicht eine Liste mit 400 Warnungen.

Priorisierung nach Nutzen

Zuerst, was Nutzer am meisten blockiert: Tastaturfallen, fehlende Beschriftungen, unlesbare Kontraste, Formulare ohne Fehlermeldung. Dann Inhalte nach Zugriffszahlen. Kosmetik zum Schluss.

Umsetzung im bestehenden System oder Neubau

Liegen die Mängel in Inhalten und Vorlagen, bleiben wir im System. Ist die technische Basis selbst nicht barrierefrei, bauen wir neu, mit einer schlanken, schnellen Seite, die ohne Pflegeaufwand barrierefrei bleibt.

Dokumente und Formulare

Bestand prüfen, nach Zugriffen priorisieren, die wichtigsten als HTML oder barrierefreies PDF bereitstellen. Formulare als echte Webformulare statt PDF zum Ausdrucken.

Erklärung zur Barrierefreiheit

Entwurf der Erklärung aus dem Befund: Stand, nicht barrierefreie Inhalte mit Begründung, Feedback-Weg, Durchsetzungsverfahren. Die Kommune ergänzt und veröffentlicht.

Redaktion, die den Stand hält

Pflichtfelder für Alternativtexte, feste Bausteine statt freier Gestaltung, Prüfung vor Veröffentlichung. Das System setzt die Regeln durch, nicht die Schulung.

Ablauf

So gehen wir ein BITV-Projekt an

  1. Erstgespräch, kostenfrei. Welches System, wie viele Seiten und Dokumente, wer pflegt, gibt es schon eine Erklärung.
  2. Prüfung und Befund. Automatisiert und manuell. Ergebnis: Befund mit Schweregraden, Aufwandsschätzung und Empfehlung, ob reparieren oder neu bauen.
  3. Umsetzung in Prioritätsstufen. Stufe 1 blockierende Mängel, Stufe 2 Inhalte und Dokumente, Stufe 3 Rest. Nach jeder Stufe wird die Erklärung aktualisiert.
  4. Redaktion aufstellen. Vorlagen, Pflichtfelder, kurze Schulung für die Beteiligten aus den Ämtern, Leitfaden für neue Dokumente.
  5. Wiederholte Prüfung. Jährlich oder nach größeren Änderungen, damit die Erklärung stimmt und der Stand nicht wieder abrutscht.

Worauf es ankommt

Barrierefreiheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess

Eine einmal geprüfte Seite ist nach dem nächsten Redaktionsdurchgang wieder angreifbar, wenn die Redaktion nicht weiß, worauf sie achten muss, oder wenn das System ihr Fehler erlaubt. Deshalb steckt die Hälfte der Arbeit nicht in der Technik, sondern in Vorlagen, Pflichtfeldern und einem Leitfaden, der auf eine Seite passt.

Und: Barrierefreiheit kommt den meisten Besuchern zugute, nicht nur denen mit Einschränkung. Klare Struktur, gute Kontraste und bedienbare Formulare sind auch auf dem Handy am Bahnhof ein Gewinn.

Passende Lösungen

Damit arbeiten wir

Dieser Anwendungsfall verbindet Websites und bei Bedarf Individualsoftware für Formulare und Portale. Hintergrund zur Branche: Kommunen und öffentliche Einrichtungen. Wie Bürgeranfragen entlastet werden, steht unter Kundenanfragen vorsortieren.

Häufige Fragen

Was Kommunen dazu fragen

Müssen wir die Website komplett neu bauen?
Nicht zwingend. Entscheidend ist der Prüfbefund. Viele Mängel liegen in Inhalten, Kontrasten und Formularen und lassen sich im bestehenden System beheben. Ist die technische Basis selbst nicht barrierefrei, zum Beispiel bei Navigation und Tastaturbedienung, ist ein Neubau oft günstiger als die Reparatur.
Wer schreibt die Erklärung zur Barrierefreiheit?
Wir liefern den technischen Befund und den Entwurf der Erklärung mit den nicht barrierefreien Inhalten und der Begründung. Die Kommune ergänzt Kontakt, Durchsetzungsverfahren und Datum und veröffentlicht sie. Die Erklärung wird nach jeder größeren Änderung aktualisiert.
Was ist mit PDF-Dokumenten?
PDFs sind der häufigste Mangel auf kommunalen Websites. Satzungen, Formulare und Bekanntmachungen müssen entweder als barrierefreies PDF oder als HTML-Seite vorliegen. Wir prüfen den Bestand, priorisieren nach Zugriffszahlen und richten einen Weg ein, mit dem neue Dokumente barrierefrei entstehen.
Wie läuft das mit der Vergabe?
Wir formulieren Angebote so, dass sie vergleichbar sind, mit klar abgegrenzten Leistungsstufen. Prüfung und Befund lassen sich als eigener Auftrag vergeben, die Umsetzung danach auf Basis des Befunds.